
Warum beschäftigt sich Deutschlandradio mit Vielfalt?
Deutschlandradio berichtet für eine Gesellschaft, die vielfältiger geworden ist – in ihren Lebenswegen, Erfahrungen, Perspektiven und Erwartungen.
Unser Auftrag als öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist es, gesellschaftliche Wirklichkeit möglichst umfassend abzubilden und Orientierung durch unabhängigen Journalismus zu bieten. Perspektivenvielfalt ist eine journalistische Stärke, die für unser Programm unerlässlich ist. Sie kann aber auch dazu beitragen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel helfen im Programm dabei:
- Themen umfassender zu betrachten,
- neue Fragestellungen sichtbar zu machen,
- unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und mögliche Verständnislücken frühzeitig zu erkennen
- sowie das Vertrauen in unsere Angebote nachhaltig zu stärken.
Deshalb ist Diversität kein Selbstzweck. Sie unterstützt journalistische Qualität.
Was bedeutet Diversität bei Deutschlandradio?
Jeden Tag berichten wir über Menschen und das, was sie bewegt. Wir werfen einen offenen Blick auf die Gesellschaft. Denn Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, und Lebenswege mit. Diese können geprägt sein durch Herkunft, Alter, Geschlecht, Behinderung, Religion, soziale Herkunft, sexuelle Identität oder viele andere Faktoren. Gleichzeitig verstehen wir Menschen nie ausschließlich über einzelne Merkmale. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten.
Aus diesem Verständnis ergeben sich vier Felder, in denen wir konkret ansetzen.
I. Programm und Perspektiven
Wir fördern den Austausch über Perspektivenvielfalt im Journalismus und unterstützen die Reflexion redaktioneller Routinen – etwa durch redaktionsübergreifende Formate über Themenauswahl, Quellen und Sprache im gesamten Haus.
II. Personal und Nachwuchs
Deutschlandradio setzt sich für faire und chancengerechte Zugänge zu Ausbildung, Berufseinstieg und beruflicher Entwicklung ein – von der Ansprache neuer Zielgruppen in Bewerbungsprozessen bis zur Begleitung in Volontariat oder Ausbildung.
III. Austausch und Vernetzung
Wir schaffen Räume für Begegnung, Diskussion und gemeinsames Lernen – innerhalb von Deutschlandradio und gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern außerhalb des Hauses. Zum Beispiel Veranstaltungen, kollegiale Formate und die Zusammenarbeit mit Netzwerken mit anderen öffentlich-rechtlichen Institutionen oder privaten Unternehmen.
IV. Reflexion und Perspektivwechsel
Vielfalt entfaltet sich nicht von selbst. Dafür müssen eingespielte Routinen und Entscheidungen immer wieder hinterfragt werden. Wir schauen proaktiv darauf, wie wir im Deutschlandradio zusammenarbeiten, Teams zusammensetzen und Entscheidungen treffen – und ob dabei unterschiedliche Erfahrungen tatsächlich zu Wort kommen. Das gilt für die redaktionellen Teams, aber auch für andere Bereiche im Unternehmen.
Diversitätskoordination
Die Diversitätskoordination gibt Impulse für Austausch, Reflexion und Vernetzung. Sie entwickelt Formate, begleitet Projekte und unterstützt Mitarbeitende bei Fragen rund um Perspektivenvielfalt in den Teams und im Journalismus. Sie trägt dazu bei, Wissen zu erweitern, neue Methoden kennenzulernen und unterschiedliche Perspektiven für die journalistische Arbeit nutzbar zu machen. Dabei geht es nicht um Vorgaben, sondern um Dialog, Neugier und gemeinsames Lernen. Diversitätsarbeit lebt vom Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen und vom Austausch mit Interessenvertretungen, Netzwerken und externen Partnern.
Unser Diversitätskoordinator
Seit Januar 2026 begleitet Dr. Martin Hyun als Diversitätskoordinator die Weiterentwicklung von Vielfalt und Teilhabe bei Deutschlandradio. Der Politikwissenschaftler, Autor und ehemalige Profisportler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen von Zugehörigkeit und Chancengerechtigkeit - als Sohn südkoreanischer Gastarbeiter auch aus eigener Erfahrung. Dr. Hyun ist Autor einer wissenschaftlichen Arbeit zur Geschichte der koreanischen Arbeitsmigration und mehrere Bücher.
Mehr über seine Motivation und seine Rolle bei Deutschlandradio erfahren Sie hier.