
Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren einen riesigen Innovations- und Digitalisierungsschub ausgelöst. Sie verändert grundlegend die Art, wie wir Inhalte erstellen und wie wir sie konsumieren. Als Deutschlandradio wollen wir diesen Wandel aktiv mitgestalten, sehen neben Chancen auch die Risiken dieser Entwicklung.
Im journalistischen Alltag hilft uns KI dabei, Routinetätigkeiten zu beschleunigen: Transkriptionen, Übersetzungen, das Aufbereiten großer Datenmengen, schnelle und strukturierte Überblicke über Themen – die möglichen Anwendungsfelder für künstliche Intelligenz sind riesig. Dadurch schaffen wir Freiräume und gewinnen Zeit für das Wesentliche: unsere journalistische Arbeit, Recherche, Analyse, die Vorbereitung von Interviews. Die Einhaltung unserer journalistischen Verantwortung und unserer Qualitätsstandards ist uns dabei besonders wichtig.
Auch im administrativen Bereich bietet KI großes Potenzial. Wir können standardisierte Prozesse automatisieren und effizienter gestalten und so Mitarbeitende entlasten. So bleibt mehr Zeit für strategische, kreative und zwischenmenschliche Aspekte der Arbeit.
Verantwortungsvoller Umgang
Grundsätzlich gilt: Wir verstehen Künstliche Intelligenz als Werkzeug, als Assistenz, als Unterstützung für unsere Arbeit.
Gleichzeitig sind wir uns der Risiken bewusst: Personenbezogene Daten müssen geschützt werden. Der nachhaltige und effiziente Umgang mit Ressourcen - in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht – sowie eine rechtssichere Nutzung sind für uns zentrale Anliegen. Wir sind uns bewusst, dass Sprachmodelle verzerren, dass sie Stereotype reproduzieren können.
Grenzen und Regeln
Zur Reduzierung dieser Risiken legen wir klare Leitplanken für den Einsatz von KI bei Deutschlandradio fest. Generative KI setzen wir nur da ein, wo sie uns einen klaren Mehrwert bietet und nachdem der Einsatz sorgfältig geprüft und abgewogen wurde. Wenn wir sie einsetzen, machen wir das transparent. Die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Menschen. Angebote zur Unterstützung der Barrierefreiheit wie Audio-Transkriptionen oder Video-Untertitelungen sind teilweise hiervon ausgenommen. Unsere Mitarbeitenden schulen wir im Hinblick auf eine verantwortungsvolle Nutzung sowie Potentiale und Risiken von KI.
Deutschlandradio begegnet der Entwicklung von KI mit Neugier und Verantwortung und begrüßt Kooperationen und Wissensaustausche mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Technologie.
Wenn wir KI klug einsetzen, kann sie ein wertvoller Teil unserer Zukunft sein.
Kennzeichnung von KI-Inhalten
Transparenz ist elementar für unsere Glaubwürdigkeit. Wenn wir KI einsetzen, um beispielsweise Inhalte zu erstellen oder Einfluss auf die Präsentation nehmen, machen wir das transparent. Das gilt auch, wenn wir über KI-generierte Inhalte berichten. Ein Beispiel ist unser TikTok-Account “Moment mal”, auf dem wir regelmäßig KI-generierte Videos aufgreifen und faktenchecken. ➔ Zum Tik Tok-Account
Sollten im Radio oder in Podcasts beispielsweise KI-generierte Stimmen zu hören sein, machen wir das unmittelbar transparent. Das gilt auch, wenn wir Stimmen mithilfe von KI stark verändern, um zum Beispiel Zitatgeber zu anonymisieren.
Es gibt auch weitere Einsatzbereiche, in denen Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, aber nur indirekt in die Arbeit einfließt: Die Verschriftlichung von Audios – zur redaktionellen Weiterbearbeitung oder auch für eine gute Archivierung – findet z.B. mit dem “Simple Audio Mining” statt. Das ist ein Tool, das vom Fraunhofer Institut entwickelt wurde. ➔ Mehr Informationen
Live-Transkription in der Deutschlandfunk App
Die Deutschlandfunk App bietet im Einfachen Modus ein Live-Transkript des Deutschlandfunk-Programms an. Der Inhalt kann live mitgelesen werden. Auch hier kommt KI zum Einsatz. ➔ Mehr Informationen
Wir verbessern bei Bedarf die Audioqualität mithilfe eines KI-gestützten Tools.
Darüber hinaus fließen an vielen Stellen in Redaktion und Verwaltung KI-gestützte Vorgänge in unsere Arbeit ein. Für uns ist dabei immer das Ziel: Die Technologie muss immer dem Inhalt und damit der Erfüllung unseres Programmauftrags dienen.